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Wussten Sie schon....

Gesundheitliche Wirkung von Nanomaterialien - Prof. Dr. Gebel von der BAuA im Interview

Herr Professor Dr. Gebel, machen Nanomaterialien krank?

Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten, denn es gibt sehr, sehr viele unterschiedliche Nanomaterialien. Nach heutigem Wissensstand lassen sich aber die mutmaßlichen Wirkungen von Nanomaterialien durch bekannte wissenschaftliche Bewertungsprinzipien beschreiben. Und wenn wir über Gesundheitsgefahren sprechen, müssen wir im Auge behalten, dass negative Auswirkungen auf den Menschen nur bei höheren Belastungen auftreten. An manchen Arbeitsplätzen kann das heute der Fall sein, aber die Verbraucher sind in der Regel in ihrem Alltag nur vergleichsweise geringen Mengen von Nanomaterialien ausgesetzt.

Das zu gewährleisten ist Aufgabe des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin, das Verbraucherprodukte überwacht, während die BAuA Risiken am Arbeitsplatz bewertet. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Nanomaterialien auf der anderen Seite auch helfen können, gesund zu machen. So entfalten beispielsweise bestimmte Arzneimittel ihre Wirkung besser, wenn sie in Nanopartikeln verpackt werden.     ..............

Wie schätzen Sie die Bedeutung der NRW Nano-Konferenz 2010 in Dortmund ein?

Sehr hoch, schließlich können Nanotechnologien entscheidend dazu beitragen, anstehende Probleme des 21. Jahrhunderts zu lösen. Den weit reichenden Chancen stehen aber auch - wie generell bei vielen chemischen Stoffen - relevante Wissensdefizite zu den Risiken für Mensch und Umwelt gegenüber. Vor diesem Hintergrund bietet die Konferenz eine hervorragende Gelegenheit, Kompetenzen und bestehende Kooperationen in Nordrhein-Westfalen zu stärken und neue Kontakte zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu knüpfen. NRW ist das Bundesland mit den meisten Akteuren im Bereich der Nanotechnologie. Damit ist es prädestiniert, das vielversprechende Potenzial dieser aussichtsreichen neuen Technologie national und international erfolgreich umzusetzen und eine begleitende Sicherheitsforschung aus Sicht des Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutzes voranzutreiben.

Link zum vollständigen Interview auf der Seite der Wirtschaftsförderung Dortmund.

Link zur Seite der NRW Nano-Konferenz 2010 am 09. und 10. September 2010 in Dortmund.

Professor Dr. Thomas Gebel ist seit Ende 2001 bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Bereich der Regulatorischen Toxikologie tätig. Dort arbeitet er in der toxikologischen Stoffbewertung und ist zuständig für Nanotoxikologie. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Komitees der Vereinten Nationen, das ein System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien weiterentwickelt (das UN SCE GHS). Daneben ist er Vorsitzender der OECD Task Force on the Harmonisation of Classification and Labelling. Professor Dr. Gebel hat Lehraufträge an den Universitäten Göttingen und Dortmund.




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